Paul Vehn: Aus den `Erinnerungen´

Die Prinzessin Faad – – sie war wirklich fad. Liebte Geduldspiele, und war doch selbst ein Geduldspiel. Ach, wenn sie nur ein wenig anziehender gewesen wäre – das Äußere schien mir leidlich – ich hätte mich vielleicht hinreissen lassen.

Wenn der Augenblick dem Jetzt nicht hilft, so bleibt er unverwaltet.

Ein Bekannter, der ein rotes Telefon auf dem Kopf trägt, bittet mich um eine Zigarette. Da ich keine finde, reiße ich einer Miniaturdame, die in einer Puppenstube in ihrem Sessel eingenickt ist – sie trägt weiße Strümpfe und gelbe Stiefeletten – ein Bein ab und reiche es weiter. Ich hätte schwören können, daß es sich wirklich um eine Zigarette handelte, jedenfalls fühlte sich das Zwergenbein so an.  Als sie kurz darauf erwacht, gibt es ein fürchterliches Gezeter. Was mir denn einfiele, faucht sie mich mit ihrem hohen Stimmchen an, und wie ich dazu käme, sie einfach ihres Beines zu bestehlen. Wir suchen gemeinsam nach einem geeigneten Ersatz. Das ist aber gar keine leichte Aufgabe. Man muß den Winkel ihres Knies bedenken, die Perspektive und all das. Schließlich bietet sich nur eine einzige Möglichkeit an, nachdem wir Verschiedenes ausprobiert haben: den Beinstumpf von hinten durch eine Buchseite zu stecken, in das Bein einer auf der Rückseite abgebildeten Person zu fahren, es gleichsam wie einen Strumpf zu benützen – – Aber auch das scheint nicht zu klappen, wegen des Größenunterschiedes. Vertrackt.

Eins von vieren: Das Kind des Zauberers erstickt im engen Gefäß der Kutsche.

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