Archive for the ‘Comment’ Category

Karl Müllenhoff: Der Basilisk/ Der Sargfisch/ Böse Herrinnen, aus `Märchen und Sagen´

September 20, 2017

Wenn ein Hahn sieben oder, wie andere meinen, zwanzig Jahre alt wird, so legt er ein Ei, und aus diesem Ei kommt ein Tier, das ist der Basilisk. Alles Lebende, das er mit seinem Blicke trifft, muß sogleich sterben und Steine selbst zerspringen davor. Es hat Leute gegeben, die ein solches Tier in einem dunkeln Keller lange Jahre gehabt haben. Man durfte den Keller nicht öffnen, damit kein Licht hinein kam. Wenn man aber dem Basilisken einen Spiegel vorhält und er sich selbst zu sehen bekommt, muß er sterben wie ein andres Wesen.

Der Sargfisch

In den Brüchen oder Welen am Marnerdeich hält sich ein Fisch auf, der ist so groß wie ein Kalb und trägt einen Sarg auf dem Rücken. Darum heißt er der Sargfisch. Fischer und überhaupt jeder, der ihn zu Gesichte bekommt, muß bald darnach ertrinken. Darum warnen die Mütter immer ihre Kinder vor dem Sargfisch, wenn sie abends noch spät an den Welen spielen wollen.

Böse Herrinnen

So erzählt man auch von Frau Id Rumohr auf Röest in Angeln, daß, wenn die Mägde das Garn nicht gut gesponnen hatten, sie es ihnen um die Finger wickeln ließ und dann abbrannte. Eine Kammermagd ließ sie an den Ofen binden und stark einheizen, während sie im Schlitten zur Kirche fuhr. Als sie zurückkehrte, war das arme Mädchen verbrannt und die Lippen waren verdorrt, daß die Zähne fletschend hervorragten. »Weisest du mir noch die Zähne?« rief hereintretend die Herrin und gab der Leiche einen Schlag, daß sie in Staub zusammenfiel. Dies soll auf Öhe, nach andern in Ohrfeld geschehn sein.

Dasselbe erzählt man in Angeln auch von der Frau von Zago, die einst auf Satrupholm wohnte. Auch die böse Margret Ranzau auf Ahrensburg machte es ebenso; ihr Sarg ist mit sieben Schlössern verwahrt, damit sie nicht heraus kann. Auch auf dem Gute Pronstorf hat einmal eine Gräfin eine Magd zu Tode geheizt, weil sie klagte, sie hätte vor Kälte nicht abspinnen können. Dafür hat auch sie keine Ruhe im Grabe.

Die Frau Metta, die vor Zeiten ein Edelgut bei Bordelum besaß, hatte ihre Magd auch so umgebracht. In der Nacht darauf erschien aber die Tote, wimmerte und ächzte und rief die Frau bei ihrem Namen und verfolgte sie überall hin. Das wiederholte sich lange Zeit, so daß die Edelfrau nirgend mehr Ruhe fand und zuletzt in Verzweiflung vom Schlosse rannte und sich in die See stürzte. Da haben in der Nacht Vorübergehende noch oft bald eine klägliche Stimme gehört, bald ein Fluchen und Schwören. Das Gespenst der Magd aber hat sich darauf nicht wieder blicken lassen. Das Schloß ward abgebrochen und daraus die Kirche zu Ockholm gebaut.

 

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Karl Müllenhoff: Das Gespenst auf Gramm/ Die Gongers, aus `Märchen und Sagen´

September 20, 2017

Die Gräfin Anna Sophia Schack war früh Witwe geworden. Sie lebte nun auf Gramm in Saus und Braus und führte die leichtsinnigste Wirtschaft. Zuletzt verschwor sie dem Teufel ihre Seele. Diese sollte er nach einer bestimmten Zahl von Jahren an dem und dem Abend holen, sobald ihr Wachslicht auf dem Tische niedergebrannt wäre; und von nun an ging’s fast noch toller auf Gramm her als früher. Der Abend kam und das Wachslicht stand vor der Gräfin, die nun mit einem Male von namenloser Angst ergriffen ward. Sie ließ den Prediger rufen und vertraute ihm ihr Geheimnis: da riet er ihr, die Kerze auszulöschen und das noch übrige kleine Stück in der östlichen Mauer der Kirche einmauern zu lassen. Das geschah, und der Böse hatte keine Macht über sie. Bald aber brach Feuer in der Kirche aus. Es war früh am Morgen und die Gräfin war noch im Bette, als sie die Nachricht erhielt. Sogleich aber sprang sie auf und in ihrem leichten Morgenanzuge ohne Schuhe an den Füßen eilte sie nach der eine Viertelmeile entfernten Kirche und ermunterte durch ihre eifrigen Zureden und Bitten das Landvolk zum Löschen des Feuers, so daß wenigstens die östliche Mauer geschützt ward. Seit dieser Zeit war die Gräfin ganz verwandelt, Frohsinn und Heiterkeit waren dahin und ein nagender Kummer brachte sie ins Grab. Doch um Mitternacht wird im Schlosse eine schöne Frauengestalt in schneeweißem Kleide gesehen, die händeringend mit gesenktem ängstlichen Blick und angehaltenen Schritten von einem Zimmer zum andern wandelt und zuletzt sich in den obern Saal des Mittelgebäudes begibt, wo sie, vor die Ofennische tretend, einige Minuten auf ein paar Blutflecke unbeweglich hinstarrt und dann wehklagend verschwindet. – Eine junge Gräfin, die in späteren Jahren einmal auf Gramm zum Besuche war und am Klavier saß und spielte, hat das Gespenst so erschreckt, daß sie bald darnach starb. Niemand geht noch ohne Grauen auf das alte Schloß.

Die Gongers

In Keitum auf Sylt starb einmal eine Frau vor ihrer Entbindung; da ist sie mehrere Male dem Knecht des Predigers erschienen und hat nicht eher Ruhe im Grabe gehabt, als bis man ihr Scheere, Nadel und Zwirn ins Grab gelegt. So tut man bei Frauen in Nordfriesland gewöhnlich.

Es gibt da überhaupt manche Wiedergänger oder Gongers; denn wer unschuldig ermordet ist, oder Grundsteine versetzt und Land abgepflügt hat, findet keine Ruhe im Grabe. Ebenso müssen auch die Gotteslästerer und wer sich selbst verflucht und die Selbstmörder wiedergehen. Einem solchen Gonger darf man nicht die Hand reichen; sie verbrennt, wird schwarz und fällt ab.

Wenn einer von der Verwandtschaft auf der See ertrunken ist, meldet er es nachher den Anverwandten. Wem ein solcher Gonger begegnet, der erschrickt nicht, sondern wird vielmehr betrübt. Der Gonger meldet sich aber nicht in der nächsten Blutsverwandtschaft, sondern im dritten oder vierten Gliede. In der Abenddämmerung oder bei Nacht läßt er sich sehen in eben der Kleidung, worin er ertrunken ist. Er sieht dann zur Haustür herein und lehnt sich mit den Armen darauf, geht auch sonst im Hause herum, verschwindet aber bald und kommt am folgenden Abend um dieselbe Zeit wieder. Nachts öffnet er, gewöhnlich in schweren aufgezogenen Stiefeln, die voll Wasser sind, die Stubentür, löscht mit der Hand das Licht aus und legt sich dem Schlafenden auf die Decke. Am Morgen findet man einen kleinen Strom salzigen Wassers, das dem Ertrunkenen von seinen Kleidern abgetröpfelt ist, in der Stube. Lassen die Verwandten durch dieses Zeichen sich noch nicht überreden, so erscheint der Gonger so lange wieder, bis sie es glauben.

Karl Müllenhoff: Die Schwarze Schule/ Der Mann ohne Schatten, aus `Märchen und Sagen´

September 20, 2017

Von der schwarzen Schule weiß man in Nordfriesland und im Dänischen besonders viel zu erzählen. Der Teufel ist selber darin Lehrmeister und namentlich angehende Prediger werden unterrichtet. Fast jeder Pastor versteht etwas von der Kunst; andre sind dagegen ganz ausgelernt und haben dafür dem Teufel ihre Seele verschreiben müssen, jedoch nur unter Bedingungen. Einer mußte z.B. sein Leben lang eine und dieselbe wollene Unterjacke tragen; ein andrer durfte sich nur Sonnabends rasieren, ein dritter nur ein Strumpfband tragen, ein vierter verpflichtete sich, nie in die Kirche zu gehen oder nie eine Minute länger als eine oder eine halbe Stunde darin zu bleiben; hätten sie nur einmal aus Versehen die Bedingung übertreten, wäre ihre Seele ewig verloren gewesen. Jeder, der in der schwarzen Schule gewesen ist, hat Macht über die Geister, und versteht sich besonders auf das Bannen der Wiedergänger und Gespenster. Durch ein Wort können sie sich von einem Ort nach dem andern wünschen, und wissen alles was in ihrer Abwesenheit in ihrem Hause passiert. Ein Pastor Fabricius in Medelbye, Amt Tondern, war besonders geschickt; einmal als er auf einer Kindtaufe in Holt war, zwang er einen Jungen, der einen Apfelbaum im Pastoratgarten plündern wollte, so lange sitzen zu bleiben, bis er zurückkam und ihn befreite. Ein andermal schlug er mitten in der Predigt nur auf das Kissen der Kanzel und rief: Halt! da stand, als die Leute nachher aus der Kirche kamen, ein Mann mit einem Sack voll frisch geschnittenen Grases unbeweglich da, das er während der Predigt vom Kirchhof hatte stehlen wollen. Er hatte auch sehr viele Zauberbücher. Sein Dienstmädchen machte einmal während der Predigt seine Studierstube rein und neugierig fing sie in einem kleinen Buche an zu lesen. Plötzlich ward es in der Stube lebendig und eine Menge der scheußlichsten Gestalten und Geister ließen sich sehen und es kamen immer mehr und mehr und immer näher kamen sie auf das Mädchen los, das vor Angst fast gestorben wäre. Der Pastor merkte in der Kirche gleich was in seinem Hause vorging; plötzlich sagte er mitten in der Predigt Amen, lief nach Hause und brachte die Geister wieder zur Ruhe, die sonst das Mädchen umgebracht hätten.

Der Teufel stellt aber allen, die mit ihm einen Kontrakt gemacht haben, nach, und hätte der Pastor Fabricius je mehr als ein Strumpfband umgelegt, hätte er ihn mitgenommen. Aber Fabricius war klüger als der Teufel; er nahm sich in acht, wenn er am Morgen zwei Strumpfbänder vor seinem Bette liegen sah. Der Teufel hat auch oft das Mädchen, das die Strümpfe für den Pastoren strickte, als Floh geplagt und sie so im Zählen der Maschen irre gemacht. Gewöhnlich war der Strumpf dann zu weit geworden und schlotterte dem Pastoren um die Ferse; woraus dieser sich jedoch nichts machte. Der Teufel hat ihm nie was anhaben können.

Viele Prediger und Küster haben in früheren Zeiten (und noch jetzt) die schwarze Schule besucht und da vom Teufel die schwarze Kunst gelernt, womit sie dann die Gespenster, Wiedergänger, ja den Teufel selbst bannen können. Der Teufel gibt den Unterricht, aber nicht umsonst. Es ist nämlich die Bedingung, daß, wer beim Schlusse des Unterrichts, wenn der Kursus beendigt ist, von allen Schülern, die die Schule besuchten, zuletzt aus der Tür geht, dieser ihm gehören soll. Da haben viele, die klüger als der Lehrmeister geworden waren, diesen überlistet, unter andern auch einmal der Küster in Bröns, im westlichen Teil des Amts Hadersleben. Der war der letzte von allen, die die Schule verließen, aber er half sich, als der Teufel ihn behalten wollte. Denn weil die Schule gegen Süden ausging und es sich gerade traf, daß sie bei hellem Sonnenschein um Mittag geschlossen ward, so sagte der Küster, daß er nicht der letzte sei, der herausginge, sondern sein Schatten; den möchte der Teufel behalten. Der Teufel konnte nichts dawider machen und ließ den Mann gehen, behielt aber den Schatten. Der Küster ist sein Leben lang ohne Schatten geblieben, und das haben viele Leute gesehen, die ihn noch gekannt haben, daß auch bei hellem Sonnenschein nicht das geringste von einem Schatten bei ihm zu erblicken war.

 

J. B. Priestley: Fountains

August 30, 2017

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I doubt if I ever saw one, even the smallest, without some tingling of delight.

They enchant me in the daytime, when the sunlight ennobles their jets and sprays and turns their scattered drops into diamonds.

They enchant me after dark when coloured lights are played on them, and the night rains emeralds, rubies, sapphires. And, best of all, when the last colour is whisked away, and there they are in a dazzling white glory!

Enchanting: The Trafalgar Square fountains lit up at dusk

Our towns are crammed with all manner of rubbish that no people in their senses ever asked for, yet where are the fountains?

By all means let us have a policy of full employment, increased production, no gap between exports and imports, social security, a balanced This and a planned That, but let us also have fountains  –  more and more fountains  –  higher and higher fountains.

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Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017

Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017

Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017

Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017

Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017

Calmeil: Vampirismus, aus `Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten´, 1848

August 27, 2017