Archive for the ‘Poetry’ Category

Eduard Stucken: Vision

Dezember 12, 2017

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Elihu Vedder

Dezember 10, 2017

Florence Harrison: Illustrations for the Poems of Christina Rossetti

Dezember 10, 2017

Florence Harrison: Illustrations for the Poems of Christina Rossetti

Dezember 10, 2017

Dorothea Mackellar: The Witch-Maid

Dezember 5, 2017

Alec Guinness reads Three Poems

November 19, 2017

Adelbert von Chamisso: Der Spielmann

November 17, 2017

Im Städtchen giebt es des Jubels viel,

Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel,

Den Fröhlichen blinket der Wein so rot,

Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

Ja tot für den, den nicht sie vergißt,

Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist;

Da steht er inmitten der Gäste im Krug,

Und streichet die Geige, lustig genug!

Er streichet die Geige, sein Haar ergraut,

Es springen die Saiten gellend und laut,

Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,

Ob auch sie in tausend Stücken zerbricht.

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,

Wann jung sein Herz um Freude noch wirbt;

Ich mag und will nicht länger es sehn,

Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn. –

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?

O Gott! bewahr´ uns gnädiglich,

Das keinen der Wahnsinn übermannt;

Bin selber ein armer Musikant.

Theodor Storm: Tannkönig

November 17, 2017

Am Felsenbruch im wilden Tann

Liegt tot und öd ein niedrig Haus;

Der Efeu steigt das Dach hinan,

Waldvöglein fliegen ein und aus.

Und drinn´ am blanken Eichentisch

Verzaubert schläft ein Mägdelein;

Die Wangen blühen ihr rosenfrisch,

Auf den Locken wallt ihr der Sonnenschein.

Die Bäume rauschen im Waldesdicht,

Eintönig fällt der Quelle Schaum;

Es lullt sie ein, es läßt sie nicht,

Sie sinket tief von Traum zu Traum.

Nur wenn im Arm die Zither klingt,

Da hell der Wind vorüberzieht,

Wenn gar zu faul die Drossel singt,

Zuckt manchesmal ihr Augenlid.

Dann wirft sie das blonde Köpfchen herum,

Daß am Hals das güldene Kettlein klingt;

Auf fliegen die Vögel, der Wald ist stumm,

Und zurück in den Schlummer das Mägdlein sinkt.

Hell reißt der Mond die Wolken auf,

Daß durch die Tannen bleicht der Strahl;

Im Grunde wachen die Elfen auf,

Die Silberhörnlein rufen durchs Tal.

Zu Tanz, zu Tanz am Felsenhang,

Am hellen Bach, am schwarzen Tann!

Schön Jungfräulein, was wird dir bang?

Wach auf und schlag die Saiten an!“

Schön Jungfräulein, die sitzt im Traum;

Tannkönig tritt zu ihr herein

Und küßt ihr leis des Mundes Saum

Und nimmt vom Hals das Güldkettlein.

Da schlägt sie hell die Augen auf –

Was hilft ihr Weinen all und Flehn?

Tannkönig, laß mich ziehn nach Haus,

Laß mich zu meinen Schwestern gehn!“

In meinem Walde fing ich dich,“

Tannkönig spricht, „so bist du mein!

Was hattest du die Meß versäumt?

Komm mit, komm mit zum Elfenreihn!“

Elf! Elf! Das klingt so wunderlich,

Elf! Elf! Mir graut vor dem Elfenreihn;

Die haben gewiß kein Christentum,

O laß mich zu Vater und Mutter mein!“

Und denkst du an Vater und Mutter noch,

Sitzt aber hundert Jahr allein!“

Die Elfen ziehn zu Tanz, zu Tanz;

Er hängt ihr um das Güldkettlein.

August Kopisch: Der Mäuseturm

November 17, 2017

Am Mäuseturm, um Mitternacht,

Des Bischofs Hatto Geist erwacht:

Er flieht um die Zinnen im Höllenschein,

Und glühende Mäuslein hinter ihm drein!

Der Hungrigen hast du, Hatto, gelacht,

Die Scheuer Gottes zur Hölle gemacht.

Drum ward jedes Körnlein im Speicher dein

Verkehrt in ein nagendes Mäuselein!

Du flohst auf den Rhein in den Inselturm,

Doch hinter dir rauschte der Mäusesturm.

Du schlossest den Turm mit eherner Tür,

Sie nagten den Stein und drangen herfür.

Sie fraßen die Speise, die Lagerstatt,

Sie fraßen den Tisch dir und wurden nicht satt!

Sie fraßen dich selber zu aller Graus,

Und nagen den Namen dein überall aus. –

Fern rudern die Schiffer um Mitternacht,

Wenn schwirrend dein irrender Geist erwacht:

Er flieht um die Zinnen im Höllenschein,

Und glühende Mäuslein hinter ihm drein.

Henry Wadsworth Longfellow: The Beleaguered City

November 17, 2017

I have read, in some old marvellous tale,

Some legend strange and vague,

That a midnight host of spectres pale

Beleaguered the walls of Prague.

 

Beside the Moldau´s rushing stream,

With the wan moon overhead,

There stood, as in an awful dream,

The army of the dead.

 

White as a sea-fog, landward bound,

The spectral camp was seen,

And with a sorrowful, deep sound,

The river flowed between.

 

No other voice nor sound was there,

No drum, nor sentry´s pace;

The mist-like banners clasped the air,

As clouds with clouds embrace.

 

But, when the old cathedral bell

Proclaimed the morning prayer,

The white pavilions rose and fell

On the alarmed air.

 

Down the broad valley fast and far

The troubled army fled;

Up rose the glorious morning star,

The ghastly host was dead.

 

I have read, in the marvellous heart of man

That strange and mystic scroll,

That an army of phantoms vast and wan

Beleaguer the human soul.

 

Encamped beside Life´s rushing stream,

In Fancy´s misty light,

Gigantic shapes and shadows gleam

Portentous through the night.

 

Upon its midnight battle-ground

The spectral camp is seen,

And, with a sorrowful, deep sound,

Flows the River of Life between.

 

No other voice nor sound is there,

In the army of the grave;

No other challenge breaks the air,

But the rushing of Life´s wave.

 

And, when the solemn and deep church-bell

Entreats the soul to pray,

The midnight phantoms feel the spell,

The shadows sweep away.

 

Down the broad Vale of Tears afar

The spectral camp is fled;

Faith shineth as a morning star,

Our ghastly fears are dead.