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Ludwig Tieck: Pietro von Abano (4)

August 11, 2014

 

Antonio hatte sich aber nicht getäuscht. Es war wirklich die Alte, die er im Gedränge wahrgenommen hatte. Sie wohnte in einer kleinen Hütte, hinter verfallenen Häusern, unweit des Laterans. Verfolgt, dürftig, von aller Welt verlassen, gehaßt und gefürchtet, war sie hier, im Aufenthalte des Elendes, der Verzweiflung nahe. Sie wagte es nur selten, sich zu zeigen und war auch nur an diesem Tage gezwungen worden, auszugehn, um ihre Crescentia, die ihr entlaufen war, wieder zu finden. Da jedermann ihr scheu aus dem Wege ging, da es ihr selbst schwer wurde, nur hie und da ein Almosen zu erhalten, und ihre ehemaligen Künste keine Liebhaber fanden, so war sie nicht wenig erstaunt, als sie am Abend an ihre Tür klopfen hörte, indem draußen Geschrei und Lärmen tobte. Sie nahm ihre Lampe und machte auf, und sah draußen ein Rudel Gassenjungen und Pöbel, die eine kleine bucklige Figur, die in rotem Sammet mit Gold phantastisch gekleidet war, verfolgten. Wohnt hier nicht die würdige Frau Pankrazia? schrie der mißgestalte Zwerg. – So ist es, sagte die Alte, indem sie mit Gewalt die Tür zuschlug und das Volk draußen mit Schimpfreden zu vertreiben suchte – Wer seid Ihr? würdiger Herr, was sucht Ihr bei einer alten verlassenen Frau?

Setzt Euch nieder, sagte der Kleine, und zündet etwas mehr Licht an, damit wir uns schauen und betrachten können, und weil Ihr Euch arm nennt, so nehmt diese Goldstücke, und wir wollen auf bessere Bekanntschaft ein Gläschen Wein mit einander leeren.

Die Alte schmunzelte, zündete einige Wachskerzen an, die sie in einer Schieblade verwahrte und sagte: ich habe noch ein Fläschchen guten Florentiner, ehrwürdiger Herr, der uns schmecken soll. Sie öffnete einen kleinen Schrank und setzte die rote Labung auf den Tisch, dem Unbekannten zuerst einschenkend.

Warum nennt Ihr mich ehrwürdig? fragte dieser.

Sagen es die Goldstücke nicht aus, antwortete sie, Euer Wamms, die Tressen darauf, die Feder auf dem Hut? Seid Ihr kein Prinz, kein Magnat?

Nein, schrie der Kleine: ei poz tausend, Muhme, kennt Ihr mich denn gar nicht? hat man mir doch schon in der Jugend damit schmeicheln wollen, daß wir uns einigermaßen ähnlich sehen, und wahrlich, wenn ich so Eure Statur, Physiognomie, den Ausdruck, das Lächeln und das Blinzeln der Augen unparteiisch betrachte und erwäge, so sind die Muhme Pankrazia, aus dem Hause Posaterrena aus Florenz, und der kleine Beresynth, aus der Familie Fuocoterrestro aus Mailand, so in Verwandschaftszügen, wie Muhme und Vetter, sich ähnlich genug.

Jemine! schrie die Alte erfreut, so seid Ihr der Beresynth aus Mailand, von dem ich in meiner Kindheit wohl habe reden hören? Ei! ei! so muß ich so spät, im hohen Alter, noch einen so liebenswerten Vetter von Angesicht zu Angesicht kennen lernen!

Ja, sagte der Kleine, recht von Nase zu Nase, denn die aufgeworfene hohe Schanze ist doch das größte Knochenstück in unsrem Gesicht. Kuriosität halber, liebe Muhme, probieren wir einmal, ob wir uns wohl einen vetterlichen Kuß geben können. – Nein, pur unmöglich, die weit ausgestreckten Vorgebirge rasseln gleich aneinander, und schließen unsre demütigen Lippen von jeder sanften Begrüßung aus. Man müßte mit beiden Fäusten die edlen Römernasen seitwärts zwängen. So. Laßt nicht abschnappen, Frau Muhme, ich möchte eine Ohrfeige kriegen, daß mir die letzten Zähne ausfielen.

Unter herzlichem Lachen rief die Alte: Ei! so fröhlich bin ich lange nicht gewesen. Was wollte man denn von Euch da draußen, Vetter?

Was? schrie der Kleine: mich ansehn, sich über mich freuen, weiter nichts. Ist der Mensch nicht, wertgeschätzte Frau Muhme, eine ganz dumme Figur? Hier in Rom sind nun seit Monaten Hunderttausende versammelt, ihrem Erlöser zu Ehren, so wie sie vorgeben, und ihre Sünden abzubüßen, und, so wie ich nur aus dem Fenster gucke (ich bin erst seit vorgestern hier), sei es auch nur in der Schlafmütze, oder gar mit ganzer Figur und in meinem besten Anzuge auf den Markt hinaus trete, so müßte man doch schwören, daß das ganze Gezeug bloß meinetwegen von allen Ecken Europa’s ausgezogen sei, so gucken, äugeln, forschen, fragen sie, lachen und freuen sich. Reich, so scheint es, könnte ich werden, wenn ich mich die Zeit hier für Geld wollte sehen lassen, und wenn ich ihnen nun einmal umsonst die Freude mache, so schreit und lärmt das dumme Volk hinter mir drein. Eine Meerkatze, Affen oder Seehunde zu beschauen, müßten sie sich in Unkosten setzen, und statt meine Großmut ruhig und wie gesetzte Leute zu genießen, tobt und schimpft der Pöbel um mich her, und sucht alle Ekelnamen aus der Naturgeschichte zusammen, um seine krasse Ignoranz an den Tag zu geben.

Ja wohl, ja wohl, seufzte die Alte: es geht mir nicht besser. Sind die Tiere wohl so dumm? Da mag einer Nase, Augen und Kinn nach Gutdünken haben, und es geht ihm ruhig hin.

Seht nur die sonst einfältigen Fische an, fuhr Beresynth fort, welche philosophische Toleranz! Und unter denen sind manche Kerle doch ganz Schnauze, und halten den Forschern der Tiefe eine Physiognomie entgegen, ernst, kalt, ruhig im Bewußtsein ihrer Originalität, und umher krümmelt und wimmelt es von andren seltsamen Angesichtern, Kiefern, Zähnen, vorgequollnen Augen und von frappantem Ausdruck aller Art, aber ruhig und still wandelt jedes Ungeheuer dort seinen Gang, ungeschoren und unmolestiert. Nur der Mensch ist so töricht, daß er über das Nebengeschöpf lacht und spottet.

Und worauf, sagte die Alte, läuft denn nun der mächtige Unterschied hinaus? Ich habe doch noch keine Nase gesehn, die nur eine einzige Elle lang wäre, ein Zoll, höchstens zwei, kaum drei ist der Unterschied zwischen der sogenannten Mißgeburt und dem, was sie Schönheit nennen. Und auf den Höcker zu kommen. Wenn er im Bett nicht manchmal unbequem wäre, nicht wahr, so ist er eigentlich viel angenehmer, als so ein dummer, gerader Rücken, wo sich bei manchem großgewachsenen Schlingel die langweilige gerade Linie, ohne Verzierung und Schnörkel, bis ins Unermeßliche hinauf erstreckt.

Recht habt Ihr, Frau Muhme, rief der schon trunkne Beresynth der Trunknen entgegen. Was macht denn die Natur, wenn sie solche gerade Katze, solche sogenannte Schönheit von der Töpferscheibe laufen läßt? Das ist ja kaum der Mühe wert, die Arbeit nur anzufangen. Aber solche Kabinetstücke, wie wir, da kann die schaffende Kraft, oder das Naturprinzip, oder Weltgeist, oder wie man das Ding nennen will, doch mit einer gewissen Beruhigung und Befriedigung seine Produktion anschauen. Das rundet sich doch, das bricht in merkwürdige Ecken aus, das zackt sich wie Korallen, springt hervor in Kristallen, formiert sich wie Basalt, und rennt und springt und hüpfelt in allen Linien um unsern Körper. Wir, Base, sind die verzognen, verhätschelten Kinder der Formation, und darum ist der Pöbel der Natur auch so boshaft und neidisch auf uns. Das schlanke miserable Wesen gränzt an den kläglichen Aal, da ist keine Auferbauung. Von der dummen Figur zur Seespinne ist schon sehr weit, und wie fern dann Meerkalb, wie übertreffen wir dieses, so wie den Seestern, Krebs und Hummer, getreuste Kousine, mit unsern Abnormitäten, die sich in keine Rechnung bringen lassen. – Wo habt Ihr nur die herrlichen beiden Zähne her? Diese unvergleichlichen Mordanten figurieren so recht schwarz und düster in der tiefsinnigen Fugierung Eures unergründlichen Mundes.

O Schäker, o Schmeichler, lachte die Alte, aber Euer liebes Kinn, das sich so huldreich und dienstfertig hervordrängt und tischartig umbeugt. Könntet Ihr nicht einen ziemlichen Teller bequem daraufsetzen, und von ihm ungestört mit den Lippen herunter naschen, indessen Eure Hände anderswo Arbeit suchten? Das nenne ich ökonomische Einrichtung.

Wir wollen uns nicht durch Lobeserhebungen verderben, sagte der Zwerg, sind wir ja doch schon auf unsre Vorzüge eitel genug, die wir uns nicht selbst gegeben haben.

Ihr habt Recht, sagte sie, aber, was treibt Ihr, Vetter? Wo lebt Ihr?

Kurios genug, antwortete Beresynth, bald hier, bald dort, wie ein Vagabund; jetzt aber will ich mich zur Ruhe setzen, und da ich hörte, daß noch eine nahe Verwandte von mir lebte, so wollte ich die aufsuchen, und sie bitten, mit mir zu ziehn. So komm ich zu Euch. In meiner Jugend war ich Apotheker in Kalabrien, da jagten sie mich fort, weil sie meinten, ich fabriziere Liebespulver. Du liebe Zeit! als wenn es deren noch bedürfte. Dann war ich einmal Schneider, es hieß, ich stöhle zu arg; als Pastetenbäcker wieder die Beschuldigung, daß ich Katzen und Hunden nachstellte. Ich wollte Mönch werden, aber kein Kloster wollte mich einlassen. Als Doktor sollt‘ ich verbrannt werden, denn sie sprachen gar von Hexerei. Ich wurde gelehrt; schrieb, dichtete, das Volk meinte, ich lästre Gott und die Christenheit. Nach vielen Jahren kam ich zum weltberühmten Pietro Apone, und wurde dessen Famulus, nachher Eremit, und was nicht Alles; am besten, daß ich in jedem Stande Geld gemacht und zurückgelegt habe, so daß ich meine alten Tage ohne Not und Sorge beschließen kann. – Und Ihr, Muhme, Eure Geschichte?

Wie die Eurige, antwortete die Base: man wird immer unschuldig verfolgt. Ich habe etlichemal am Pranger stehn müssen, aus einigen Ländern bin ich verwiesen, sie wollten mich unter andern auch verbrennen: es hieß, ich hexte, ich stöhle Kinder, ich verzauberte die Leute, ich kochte Gift.

Nicht wahr, sagte Beresynth treuherzig, es war auch etwas an diesem Gerede? Ich muß es wenigstens von mir bekennen, und vielleicht liegt es in der Familie, daß ich manche dem ähnliche Künste getrieben habe. Zarte Freundin, wer einmal vom lieben Hexen ein Bischen weg hat, der kann es nachher Zeitlebens nicht wieder lassen. Das Ding ist wie mit dem Weintrinken. Einmal den Geschmack gewonnen, und Zunge, Kehle, Gaumen, ja Lung und Leber lassen von dem Dinge nicht wieder los.

Ihr seid ein Menschenkenner, lieber Vetter, sagte die Alte mit selbstgefälligem Lächeln. So etwas Mord und Hexerei, Gift und Diebstahl läuft auch beim Unschuldigsten mit unter. Das Kuppeln hat mir nie einschlagen wollen. Und was soll man sagen, wenn man an eignen Kindern Undank und Unheil erlebt? Meine Tochter, die nun gesehn hat, wie ich Hunger und Kummer leiden muß, wie ich mir an meinem alten Munde absparte, um sie nur schön in Kleidung zu setzen, die ungeratne Dirne hat sich nie von mir erweichen lassen, auch nur einen Groschen zu verdienen. Früher konnte sie gute Heiraten treffen: Ildefons, Andrea und noch einige andere tapfere Männer, die unser ganzes Haus und sie mit erhielten; da brauchte sie den armseligen Vorwand, daß die Herren Räuber und Mörder wären, denen sie ihr Herz verschließen müsse. Die Männer waren so großmütig, daß sie sich wirklich die Dirne wollten antrauen lassen, aber die dumme Jugend hat weder Verstand noch Tugend. Nun ruhen sie im Grabe, die vorzüglichen Männer, und sind auf eine schnöde Art umgekommen. Doch das rührt sie so wenig, wie mein Kummer und Elend, so daß sie nicht drein willigen mochte, mit einem jungen reichen vornehmen Herrn, dem Neffen eines Kardinals, zu leben, der unsre ganze Stube mit Gold überziehen konnte. Weggelaufen ist die einfältige Dirne, und man will sie mir gar nicht wieder ausliefern. So werden heut zu Tage die Eltern verachtet.

Laßt sie laufen, die Verächtliche, sagte Beresynth, wir wollen ohne sie schon glücklich miteinander leben, denn unsre Neigungen und Gemüter sind sich gleich.

Warum aber weglaufen, sagte die Alte, wie eine ungetreue, geprügelte Katze? Wir hätten uns ja wie Liebende, wie vernünftige Wesen trennen können. Es fand sich gewiß Gelegenheit, die bleichsüchtige Dirne vorteilhaft zu verkaufen, an Alt oder an Jung, und das hätte auch wohl gelingen können, wenn sie sich nicht einen einfältigen jungen Burschen ins Herz geschlossen hätte, den sie liebt, wie sie sagt.

O hört auf, schrie Beresynth, taumelnd, und schon halb im Schlaf, wenn Ihr von Liebe sprecht, Base, so verfalle ich in so konvulsivisches Lachen, daß ich mich in drei Tagen nicht wieder erhole. Liebe! das dumme Wort hat meinem berühmten Meister Pietro den Hals gebrochen. Ohne den Taranteltanz säße die große Habichtsnase noch als Professor auf seinem Katheder, und kraute die jungen Gänse mit Philosophie und Tiefsinn an ihren dummen Köpfen, die ihm die Gelbschnäbel entgegen reckten. Ja, ja, Alte, das Affentum von Liebe und platonischer Seelentrunkenheit hätte uns beiden, Euch und mir, nur noch gefehlt, um die Wundertat unsrer heroischen Existenz vollständig zu machen. – Nun lebt wohl, Alte, morgen in der Nacht um diese Zeit hole ich Euch ab, und dann trennen wir uns nie wieder.

Vetter, sagte Pankrazia, auf Wiedersehn. Seit Ihr zu mir eingetreten seid, bin ich ein ganz andres Wesen geworden. Wir wollen in Zukunft eine herrliche Haushaltung führen.

Haben wir unser Jubeljahr doch nun auch gefeiert, lallte Beresynth, der schon auf der Straße stand, und in dunkler Nacht nach seiner Wohnung taumelte.

Antonio hatte indessen den alten Ambrosio und dessen Gattin schon darauf vorbereitet, daß er gewiß jene widerwärtige Alte, und so auch deren Tochter Crescentia wieder auffinden würde. Die Mutter glaubte ihm gern, aber der Vater blieb bei seinen Zweifeln. Noch vor Sonnenuntergang begab sich der Jüngling mit seinem Freunde wieder zum weisen Castalio. Dieser kam ihnen schon lächelnd entgegen und sagte: Hier, Antonio, nehmt dieses Blatt, Ihr findet auf ihm verzeichnet, in welcher Gasse, in welchem Hause Ihr jene Unholdin antreffen werdet. Wenn Ihr sie aufgefunden habt, werdet Ihr an meiner Wissenschaft nicht mehr zweifeln.

Schon jetzt bin ich überzeugt, sagte Antonio, ich war es schon gestern. Ihr seid der weiseste der Sterblichen, und werdet mich durch Eure Kunst zum glücklichsten machen. Ich gehe, die böse Alte aufzusuchen, und wenn Crescentia nicht gestorben, oder verloren ist, so führe ich sie in die Arme ihrer Eltern.

Bewegt und voller Erwartung wollte er sich eilig entfernen, er hatte schon den Drücker der Tür in der Hand, als sich ein leises ängstliches Klopfen draußen ankündigte, von einem heisern Husten und Scharren der Füße begleitet. Wer ist da? rief Castalio, und da die Freunde öffneten, trat Beresynth herein, der sich gleich in die Mitte des Zimmers stellte, und unter vielen fratzenhaften Verbeugungen, so wie Verzerrungen des Gesichtes dem weisen Manne seine Dienste anbot.

Wer seid Ihr? rief Castalio, der sich verfärbt hatte und mit blassem Angesicht einige Schritte zurückgewichen war.

Ein Bösewicht ist der Verruchte! rief Antonio, ein Zauberer, den wir der Inquisition überliefern müssen, der verruchte Beresynth selbst ist es, dessen Namen Ihr, verehrter Mann, schon kennt, und von dem ich Euch erzählt habe.

Meint Ihr, junges Blut? sagte Beresynth mit dem Ausdruck der tiefsten Verachtung. Mit Euch, ihr Kinder, habe ich nichts zu schaffen. Kennt Ihr mich nicht? rief er zu Castalio gewendet, und könnt auch meine Dienste nicht brauchen?

Wie sollt ich? sagte Castalio mit ungewisser Stimme, ich habe Euch nie gesehn. Entfernt Euch, ich muß Eure Dienste ablehnen. In meinem kleinen Hause bedarf ich keines fremden Wesens.

Beresynth ging mit großen Schritten auf und ab. Also Ihr kennt mich nicht? Kann sein; man verändert sich manchmal, denn der Mensch bleibt nicht in seiner Blüte. Doch, mein‘ ich, sollte man mich nicht so bald vergessen, oder mit andern verwechseln, wie so manchen glatten, fein gemalten, unbedeutenden Tropfen. – Und ihr, indem er sich zu den jungen Leuten wendete, kennt wohl jenen Weisheitsfinder auch nicht?

O ja, sagte Antonio, er ist unser Freund, der treffliche Castalio.

Da erhub der Kleine ein so ungeheures Lachen, daß Wände und Fenster des Zimmers erklirrten und wiederhallten. Castalio! Castalio! schrie er wie besessen; warum nicht auch Aganippe oder Hippokrene? Also, ihr habt den Brill vor den Augen, mit Kalbsblicken schaut eure Seele aus dem runden Kürbis eurer Köpfe dumm heraus? Reibt euch die Nase, und seht und erkennt doch euren verehrten Pietro von Abano, den großen Tausendkünstler aus Padua!

Derjenige, der sich Castalio nannte, war wie ohnmächtig in einen Sessel gesunken, sein Zittern war so heftig, daß alle Glieder seines Körpers flogen, die Muskeln seines Antlitzes bebten so gewaltsam, daß kein Zug in ihm wahrzunehmen war, und nachdem die jungen Leute dies einige Zeit staunend betrachtet hatten, glaubten sie mit Entsetzen wahrzunehmen, daß aus den sich verwirrenden Lineamenten die alte Bildung des bekannten greisen Apone hervorstiege. Laut schreiend erhub sich der Zauberer vom Sessel, ballte die Fäuste und schäumte mit dem Munde, er schien in seiner Wut riesengroß. Nun ja, brüllte er im Donnerton, ich bin es, jener Pietro, und Du, Knecht, verdirbst mir jetzt mein Spiel, jene junge Brut dort auf einem neuen Wege zu vernichten. Was willst Du, Wurm, von mir, der ich, Dein Meister, Dich nicht mehr anerkenne? Zitterst Du nicht in allen Gebeinen vor meiner Rache und Strafe?

Beresynth erhub wieder jenes schallende, entsetzliche Gelächter. Strafe? Rache? wiederholte er grinsend; Dummkopf ohne Gleichen! Mußt Du denn jetzt erst merken, daß Dir diese Sprache zu mir nicht geziemt? Daß Du, Gaukler, Dich vor mir im Staube krümmen mußt? daß ein Blick meines Auges, ein Griff meines erznen Armes Dich zerschmettert, Du erdgebornes Larvenspiel elender Künste, die nur ich gelingen ließ?

Ein Scheusal stand im Saal. Seine Augen sprühten Feuer, seine Arme dehnten sich wie zwei Adlerschwingen aus, das Haupt berührte die Decke; Pietro lag winselnd und heulend zu seinen Füßen. Ich war es, fuhr der Dämon fort, der Deine arme Gaukelei beförderte, der die Menschen täuschte, der den Frevel durch meine Macht erschuf. Du tratst mich mit Füßen, ich war Dein Hohn, Deine hochmütige Weisheit triumphierte ob meinem Blödsinn. Nun bin ich Dein Herr! Jetzt folgst Du mir als mein leibeigner Knecht in mein Gebiet. – Entfernt euch, ihr Elenden! rief er den Jünglingen zu, was wir noch verhandeln, geziemt euch nicht zu schauen! Und ein ungeheurer Donnerschlag erschütterte das Haus in seinen Tiefen, geblendet, entsetzt stürzten Antonio und Alfonso hinaus, ihre Knie wankten, ihre Zähne klappten. Ohne zu wissen, wie, befanden sie sich wieder auf der Straße, sie flüchteten in einen nahen Tempel, denn eine heulende Windsbraut erhob sich mit Donner und Blitzen, und die Wohnung, als sie hinter sich sahen, brannte in zerfallenen Trümmern, zwei dunkle Schatten schwebten über dem Brande, kämpfend, so schien es, und sich in Verschlingungen hin und her werfend und ringend, Geheul der Verzweiflung und lautes Lachen des Hohnes erklang abwechselnd zwischen den Pausen des lautrasenden Sturmwinds.

Erst nach langer Zeit konnte sich Antonio so viel sammeln, daß er stark genug war, nach der gegebenen Anweisung das Haus der Alten aufzusuchen. Er fand sie geschmückt und sie rief ihm frohlockend entgegen: ei! Florentiner! seid Ihr auch einmal wieder da?

Wo ist Eure Tochter? fragte Antonio, zitternd vor Eil.

Wenn Ihr sie jetzt haben wollt, sagte die Alte, so will ich sie Euch nicht vorenthalten. Aber bezahlen müßt Ihr rechtschaffen für sie, oder der Podesta von Padua, wenn er noch lebt, denn sie ist sein Kind, das ich ihm damals gestohlen habe, weil mir die Herren Markoni ein ansehnliches Stück Geld dafür gönnten.

Wenn Ihr es beweisen könnt, sagte der Jüngling, so fordert.

Beweise, so viel Ihr wollt, rief die Alte, Windeln mit Wappen, Kleider von damals, ein Mal auf der rechten Schulter, was ja die Mutter am besten kennen muß. Aber auch Briefe von den Markonis sollt Ihr haben, Schriften vom Podesta selbst, die ich damals in der Eile mit wegfischte. Alles, nur Geld muß da sein.

Antonio zahlte ihr alles Gold, was er bei sich trug, und gab ihr noch die Edelsteine, die Hut und Kleidung schmückten, Perlen und eine goldne Kette. Sie strich alles lächelnd ein, indem sie sagte: wundert Euch nicht, daß ich so eilfertig und leicht zu befriedigen bin. Die Dirne ist mir weggelaufen, weil sie keinen Liebhaber wollte, und steckt im Nonnenkloster bei der Trajanssäule, die Äbtissin hat sie mir nicht herausgeben wollen, aber meldet Euch nur dort, das junge Blut wird Euch von selbst in die Arme springen, denn es träumt und denkt nur von Euch, so habt Ihr ihr törichtes Herz bezaubert, daß sie seit jener Nacht, der Ihr Euch wohl noch erinnern werdet, kein vernünftiges Wort mehr gesprochen hat, daß sie weder Liebhaber noch Mann mehr leiden konnte. Froh bin ich, daß ich sie so los werde, ich gehe mit einem vornehmen Vetter, Herrn Beresynth, der mich eigen dazu aufgesucht hat, noch heut Nacht auf seine Güter. Lebt wohl, junger Narr, und seid mit Eurer Crescentia glücklich.

Antonio nahm alle Briefschaften, die Kleidung des Kindes, alle Beweise ihrer Geburt. In der Tür begegnete ihm schon jener Furchtbare, der sich Beresynth nannte. Er eilte, und war so leichten Herzens, so beflügelt, daß er den Sturm hinter sich nicht vernahm, der die Gegend zu verwüsten und die Häuser aus ihren Gründungen zu heben drohte.

Bei nächtlicher Weile untersuchten die überglücklichen Eltern die Briefe, und diese, so wie die Kleider überzeugten sie, daß diese zweite Crescentia ihr Kind sei, die Zwillingsschwester jener gestorbenen, die sie in der Taufe damals Cäcilie genannt hatten. Der Vater holte am Morgen das schöne bleiche Mädchen aus dem Kloster, die sich wie im Himmel fühlte, edlen Eltern anzugehören, und einen Jüngling, der sie anbetete, wieder gefunden zu haben, dem sie in jener Nacht auf ewig ihr ganzes Herz hatte schenken müssen.

Rom sprach einige Zeit von den beiden Unglücklichen, welche das Gewitter erschlagen hatte, und Ambrosio lebte nachher mit seiner Gattin, der wieder gefundenen Tochter und seinem Eidam Antonio in der Nähe von Neapel. Der Jüngling verschmerzte im Glück der Liebe die Leiden seiner Jugend, und an Kindern und Enkeln trösteten sich die Eltern über den Verlust der schönen und innig geliebten Crescentia.

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Der Tod der Prinzessin Lamballe (5): Wikipedia

Juli 29, 2014
Maria Teresa Luisa
Princess of Lamballe
Marie Louise by Antoine-François Callet
Spouse Louis Alexandre de Bourbon, Prince de Lamballe
Full name
Princess Maria Teresa Luisa di Savoia-Carignano
Father Louis Victor of Savoy, Prince di Carignano
Mother Landgravine Christine of Hesse-Rheinfels-Rotenburg
Born 8 September 1749
Palazzo Carignano, Turin, Italy
Died 3 September 1792 (aged 42)
Murdered in Paris, France
Signature
Religion Roman Catholicism

Princess Maria Teresa of Savoy-Carignan (Marie Thérèse) (8 September 1749 – 3 September 1792) was a member of a cadet branch of the House of Savoy. She was married at the age of 17 to Louis Alexandre de Bourbon-Penthièvre, Prince de Lamballe, the heir to the greatest fortune in France. After her marriage, which lasted a year, she went to court and became the confidante of Queen Marie Antoinette. She was killed in the massacres of September 1792 during the French Revolution.

Biography

Marie Thérèse was born in Turin. Her father was Louis Victor, Prince of Carignano, a maternal grandson of Victor Amadeus II of Sardinia and his mistress Jeanne d’Albert de Luynes.

Her mother, Landgravine Christine of Hesse-Rheinfels-Rotenburg, was the daughter of Ernest Leopold, Landgrave of Hesse-Rotenburg. Her aunts included, Polyxena of Hesse-Rheinfels-Rotenburg, the wife of Charles Emmanuel III of Sardinia (Victor Amadeus III was her first cousin) and Caroline, Princess of Condé and wife of Louis Henri, Duke of Bourbon. Louis Joseph, Prince of Condé was another first cousin who was at the French court.[1]

On 31 January 1767, she married by proxy Louis Alexandre de Bourbon-Penthièvre, prince de Lamballe, grandson of Louis XIV’s legitimised son, Louis Alexandre de Bourbon, comte de Toulouse, and the only surviving son of Louis de Bourbon-Toulouse, Duke of Penthièvre, who had arranged the marriage.

In 1768, at the age of nineteen, Marie Thérèse became a widow when her husband died of a venereal disease[citation needed] at the Château de Louveciennes. She inherited her husband’s considerable fortune, making her wealthy in her own right.

She lived at the Hôtel de Toulouse in Paris, and at the Château de Rambouillet. On 4 January 1769, there was an announcement of the marriage of Marie Thérèse’s sister-in-law Mademoiselle de Penthièvre, heiress to the greatest fortune in France, to the young Philippe d’Orléans, duc de Chartres, an old friend of the late prince de Lamballe.

The princesse de Lamballe was present at every ceremony, and the new Dauphine, to whom she was presented, was charmed with her and overwhelmed her with attentions which the spectators did not fail to notice. More than one saw even then the dawn of an intimacy which later was to give so much trouble to the two friends.

The „Gazette de France“ mentions Madame de Lamballe’s presence in the chapel at high mass on Holy Thursday, at which the king was present accompanied by the royal family, the Dukes of Bourbon and Penthièvre. In May, she went to Fontainebleau, and was there presented by the king to her cousin, the future Countess of Provence, attending the supper after. She was present at the birth of the future Louis-Philippe of France in Paris in October 1773.

In September following the accession of her husband to the throne in May 1774, Queen Marie Antoinette appointed Marie Thérèse „Superintendent of the Queen’s Household“, the highest rank possible for a lady-in-waiting at Versailles. Her pre-eminence in courtly high society would eventually be eclipsed by that of Yolande de Polastron, duchesse de Polignac, who arrived at Versailles in 1775.

Marie Thérèse was by nature reserved and there was never any gossip about her private life. However, in popular anti-monarchist propaganda of the time, she was regularly portrayed in pornographic pamphlets, showing her as the queen’s lesbian lover to undermine the public image of the monarchy.[2]

Revolution

The princesse de Lamballe accompanied the royal family to the Tuileries Palace after the Women’s March on Versailles in October 1789. In Paris, her salon served as a meeting place for the queen and the members of the National Constituent Assembly, many of whom the queen wished to win over to the cause of the Bourbon Monarchy.[3]

During her stay at a house she rented in the Royal Crescent, Bath,[4] Great Britain in 1791 to appeal for help for the French royal family, the princess wrote her will, since she feared death upon returning to Paris. Nonetheless, she did return out of loyalty to Marie Antoinette. She went to the Tuileries, and continued her services to the queen until the attack on the palace on 10 August 1792, when the royal family took refuge in the Legislative Assembly, and was later imprisoned in the Temple, after the Legislative Assembly was taken.[5]

Death

On 19 August, she and the Marquise de Tourzel, governess to the royal children, were separated from the royal family and transferred to the La Force prison.[6] On 3 September, she was brought before a hastily assembled tribunal which demanded she „take an oath to love liberty and equality and to swear hatred to the King and the Queen and to the monarchy“.[7] She agreed to the swear to liberty but refused to denounce the King, Queen, and monarchy, upon which her trial summarily ended with the words, „emmenez madame“ („Take madame away“). She was immediately taken to the street and thrown to a group of men who killed her within minutes.[8][9]

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Some reports allege that she was raped and that her breasts were cut off, in addition to other bodily mutilations,[10][11] and that her head was cut off and stuck on a pike. Other reports say that it was brought to a nearby café where it was laid in front of the customers, who were asked to drink in celebration of her death.[10] Other reports state that the head was taken to a barber in order to dress the hair to make it instantly recognizable,[11] though this has been contested.[9] Following this, the head was replaced upon the pike and was paraded beneath Marie Antoinette’s window at the Temple.[12]

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Those who were carrying it wished the queen to kiss the lips of her favourite, as it was a frequent slander that the two had been lovers. The head was not allowed to be brought into the building.[12] In her historical biography, Marie Antoinette : The Journey Antonia Fraser claims that the queen did not actually see the head of her long-time friend, but was aware of what was occurring, stating, „…the municipal officers had had the decency to close the shutters and the commissioners kept them away from the windows…one of these officers told the King ‚..they are trying to show you the head of Madame de Lamballe’…Mercifully, the Queen then fainted away“.[12]

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Five citizens of the local section in Paris delivered her body (minus her head which was still being displayed on a pike) to the authorities shortly after her death. Royalist accounts of the incident claimed her body was displayed on the street for a full day. Her body (like that of her brother-in-law Philippe Égalité) was never found, which is why it is not entombed in the Orléans family necropolis at Dreux.[13][14] According to Madame Tussaud, she was ordered to make the death mask.[15]

In media

The princesse de Lamballe has been portrayed in several films and miniseries. Two of the more notable portrayals were by Anita Louise in W.S. Van Dyke’s 1938 film Marie Antoinette and by Mary Nighy in the 2006 film Marie Antoinette directed by Sofia Coppola.[16][17]

Ancestry

Arms of Maria Luisa of Savoy as Princess of Lamballe

References

  1. Bertin, Georges. „Full text of Madame de Lamballe“. Archive.org. Retrieved 2009-11-26.
  2. Chantal Thomas, The Wicked Queen: The Origins of the Myth of Marie-Antoinette
  3. „Lamballe, Marie Thérèse Louise of Savoy-Carignano“. The Encyclopaedia Britannica. Encyclopaedia Britannica. 1911.
  4. Lowndes, William (1981). The Royal Crescent in Bath. Redcliffe Press. ISBN 978-0-905459-34-9.
  5. Imbert de Saint-Amand, Arthur; Léon Imbert de Saint-Amand; Elizabeth Gilbert Martin. Marie Antoinette at the Tuileries, 1789-1791. New York Public Library: C. Scribner’s sons. p. 286. ISBN 1901 Check |isbn= value (help).
  6. Lever, Evelyne; Catherine Temerson (2001). Marie Antoinette: The Last Queen of France. Macmillan. pp. 282–283. ISBN 0-312-28333-4.
  7. de Decker, Michel, La Princesse de Lamballe, mourir pour la Reine, chapter Élargissez madame, p. 246, Librairie Académique Perrin, Paris, 1979, (Collection historique dirigée par André Castelot), ISBN 2262001561 (French)
  8. de Decker, p. 246.
  9. de Baecque, Antoine (2002). Glory and Terror. Trans. Charlotte Mandell. Routledge. p. 79. ISBN 0-415-92617-3.
  10. Hibbert, Christopher (1980). The Days of the French Revolution. Morrow. p. 175. ISBN 0-688-03704-6.
  11. Durschmied, Erik (2002). Blood of Revolution. Arcade Publishing. p. 31. ISBN 1-55970-607-4.
  12. Fraser, Antonia (2001). Marie Antoinette: The Journey. Anchor Books. p. 389. ISBN 0-385-48949-8.
  13. de Decker, chapter Ils sont blanchis par le malheur, p. 265.
  14. According to author Blanche Christabel Hardy,Hardy, Blanche Christabel (1908). The Princesse de Lamballe. Harvard University: D Appleton & Co. p. 294. her heartbroken father-in-law finally succeeded in retrieving her corpse and had it interred in the Penthièvre family crypt at Dreux.
  15. Tussaud, John Theodore (1920). The Romance of Madame Tussaud’s. University of Michigan: George H. Doran company. pp. 44, 88, 91.
  16. Marie Antoinette. IMDb.com. IMDb.com. Retrieved 2008-10-19.
  17. Mary Antoinette. IMDb.com. IMDb.com, Inc. Retrieved 2008-10-19

Der Tod der Prinzessin Lamballe (8) : From Georges Bertin, Madame de Lamballe

Juli 29, 2014

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„Meine Mutter hörte während der ganzen Nacht die Trommeln; wir wußten aber nicht, was geschah.

Am 3. September um zehn Uhr morgens suchte Manuel meinen Vater auf und versicherte ihm, Madame de Lamballe und allen anderen Personen, die den Temple verlassen mußten, ginge es gut; sie befänden sich unbelästigt in La Force.

Um drei Uhr hörten wir ein schreckliches Geschrei: da mein Vater gerade vom Essen gekommen war und mit meiner Mutter Tricktrack spielte, war der Soldat der Stadtwache so rücksichtsvoll, Tür und Fenster und ebenso die Vorhänge zu schließen, damit wir nicht hinaussehen konnten, was sehr gut war. Die Handwerker im Temple und der Schließer Roche machten mit den Mördern gemeinsame Sache; dadurch wurde der Lärm noch größer. Mehrere Soldaten der Stadtwache und Offiziere der Garde erschienen; letztere wollten, daß mein Vater sich an den Fenstern zeige; die ersten waren mit Recht dagegen. Als mein Vater fragte, was vorgehe, sagte ein junger Offizier zu ihm: „Nun, Monsieur, wenn Sie es wissen wollen, man will Ihnen den Kopf von Madame de Lamballe zeigen.“

Meine Mutter war starr vor Entsetzen; die Soldaten der Stadtwache beschimpften den Offizier, aber mein Vater entschuldigte ihn in seiner gewohnten Güte und sagte, daß es seine eigene Schuld sei und nicht die des Offiziers, der ihm nur geantwortet habe.

Der Lärm dauerte bis fünf Uhr. Wir erfuhren später, daß das Volk die Türen aufbrechen wollte, daß aber die Stadtwache das verhindert habe und eine dreifarbige Schärpe an die Tür heftete. Schließlich hätten sie aber erlaubt, daß sechs der Mörder mit dem Kopf der Madame de Lamballe durch den Turm zogen, jedoch unter der Bedingung, den Leichnam, den sie mitschleifen wollten, vor der Tür zu lassen.

Als diese Abordnung hereinkam, stieß Rocher, sobald er den Kopf von Madame de Lamballe sah, tausend Freudenschreie aus und schalt mit einem jungen Menschen, dem bei dem Anblick vor Entsetzen übel wurde.“

`Madame Royale´, die fünfzehnjährige Tochter Ludwigs XVI. und Marie Antoinettes

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Der Tod der Prinzessin Lamballe (9): Aus Georges Bertin, Madame de Lamballe

Juli 29, 2014

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Der Tod der Prinzessin Lamballe (10)

Juli 29, 2014
Das Vernehmungsprotokoll des Jacques-Charles Hervelin anlässlich der Beschuldigung das Herz der Prinzessin Lamballe geröstet und gegessen zu haben.
Daten des Beschuldigten: Jacques-Charles Hervelin, 41 Jahre alt, Tambour der Truppe der Sektion der Arcis, wohnhaft im Haus des Bürgerausschusses der genannten Sektion, und gebürtig aus Paris.
F: Ob er sich an irgendwelchen Orten von Paris befunden habe, wo es Unruhen gab.
A: Im September 1792, als er zufällig durch die Rue Saint- Antoine gegangen sei, habe er gegenüber der Force einen Haufen toter Körper gesehen, die ihn zittern machten, und sei auf einen Stein gestiegen, um zu sehen, und habe sich davongemacht. Als er ein paar Schritte weiter haben schreien hören: „Da ist die Prinzessin Lamballe!“, sei er zurück gekommen, um sich wieder auf den Stein zu stellen, und habe aus dem Gefängnis eine kleine weißgekleidete Frau kommen sehen; die Henker, bewaffnet mit allen möglichen Waffen, hätten sie totgeschlagen; er habe einen gewissen Forgeat bemerkt, Tambourmajpr der Gendarmerie, getötet in der Vendée, der den Kopf der besagten Frau abgeschlagen habe.
F: Was tat er darauf?
Er habe ihren Körper ohne Kopf bis zur Sainte-Marie schleifen sehen; er sei durch mehrere Straßen gelaufen, hinter dem Körper her, und am Ende der Rue Sainte-Maruerite sei bemerkt worden, daß sich unter der restlichen Kleidung die den Leichnam noch bedeckte, eine kleine Schwellung abgehoben habe,due untersucht wurde; man habe eine Brieftasche gefunden, und er sei von denen, die den Leichnam schleiften aufgefordert worden, sie an sich zu nehmen. Er habe sie zum Ausschuß der Sektion der Findelkinder gebracht, um den Inhalt feststellen zu lassen; während er bei dem Ausschuß gewesen sei, habe man den Leichnam aufgeschlitzt, und ein Individium sei zu dem Ausschuß gekommen und habe die Eingeweide in der Hand gehabt; dieser Mensch habe das Herz herausgerissen und es völlig aufgegessen; nachdem die Mitglieder des Ausschusses ihm die Brieftasche meit einer Aufstellung des Inhalts zurückgeben hätten, sei er darauf zur Generalversammlung seiner Sektion gelaufen, wo der Präsident, den er aber nicht kenne, sie geöffnet und die Geldstücke mit der Aufstellung verglichen habe, worauf er sie ihm zurückgegeben habe unter Billigung seines Verhaltens; er habe sich von da zur Gesetzgebenden Versammlung begeben; da die Sitzung aufgehoben war, habe er sich an der Kette an einen Saalwärter gewandt, der ihn zum Sicherheitsausschuss zurückgeschickt habe, wo er die Aufstellung mit der Brieftasche hinterlegte, er habe eine Quittung erhalten, die er aber verloren habe.
F: Was er darauf getan habe.
A: Ohne sich irgendwo aufzuhalten, habe er sich nach Hause begeben, Rue Saint.Germain-l´Auxerrois, wo er bis zum nächsten Tag geblieben sei..
F: Ob er bewaffnet war.
A: Er habe seine Dienstsäbel gehabt.
F: Ob er den Resten des Leichnams gefolgt sein.
A: Nein
F: Ob er bei irgendeinen Schankwirt eingekehrt sei, um sich zu erfrischen.
A: Er sei bei einem Schankwirt eingekehrt mit vier Individuen; er fürchtete, von ihnen ermordet zu werden, da er die Brieftasche trug.
F: Ob er den Schankwirt kenne
A: Nachdem er durch so viele Straßen gekommen sei, erinnere er sich nicht daran, aber er glaube, es sei im Marais gewesen.
F: Ihm vorgehalten, daß er sich widerspreche, da er soeben erklärt habe, er sei direkt zu seiner Sektion und von da zur Versammlung gegangen; da sein Weg über die Rue Antoine und la Grève, habe er nicht im Marais einkehren können.
A: Er sein von denen, die ihn zur Hinterlegung der Brieftasche begleitet hätten verschleppt worden; sie hätten den Wein bezahlt.
F: Ob er sich noch anderswo aufgehalten haben.
A: Nein aber beim Zurückkommen vom Sicherheitsausschuß, wo sie vier Huntersousscheine als Belohnung für Ihre Ehrlichkeit erhalten hätten, seien sie in der Rue Pretres l´Auserrois bei einem Schankwirt eingekehrt, wo sie ihr Geld ausgaben.
F: Ihm vorgehalten, daß er wieder die Unwahrheit sage, denn vorher habe er gesagt, er sei fortgegangen, ohne irgendwo einzukehren.
A: Dann entsinne er sich nicht mehr daran.
F: Ober auf seinem Weg nicht durch die Rue Michel-le-Comte gekommen sei.
A: Er kenne Paris nicht genügend, um sich daran zu erinnern
F: Ob er auf seinem Weg nicht einen Bürger angetroffen habe, der auf einem Stuhl stand.
A: Ja
F: Ob er wisse, was er gesagt habe.
A: Nein
F: Ob er in der Menge um diesen Mann nicht einen gesehen habe, der auf seiner Pike entweder den Kopf oder einen anderen Teil der oben Erwähnten trug.
A: Nein, aber er erinnere sich, daß er gerade ein Glas Bier bei einem Limodandenverkäufer in der Umgebung jenes Ortes getrunken habe; der Limonadenverkäufer haben ihn geholt; er habe in dem erwähnten Café niemand von seiner Bekanntschaft gefunden,außer den vier Individuen, die ihn zur Sicherstellung der Brieftasche begleiteten.
F: Wie es kam, daß der Limonadenverkäufer, der ihn doch nicht kannte, auf der Straße zum Trinken einlud.
A: Da er auf der Straße bekanntgegeben habe, er sei der Träger der bei der oben Genannten gefundenen Brieftasche, habe der Limonadenverkäufer ihn mit Artigkeiten überschüttet und ihn eingeladen, mit seinen Kameraden zu trinken.
F. Wie er dem Publikum bekanntgegeben habe, daß er der Träger der Brieftasche sei.
A. Er sei stehengeblieben, um dem versammelten Publikum zu erzählen, was bei der Force geschehen sei und daß er der Träger der Brieftasche der oben Erwähnten sei; hat hinzugefügt: `Als die vier oben Erwähnten hatten bleiben wollen, um Bier zu trinken, hat der eine von ihnen einen Stuhl des Limonadenverkäufers genommen und dem und dem Publikum auf der Straße, nachdem er darauf gestiegen war, bekanntgegeben, daß ich die Brieftasche habe, und dann bin ich auf die Straße gegangen und habe sie gezeigt. ´
(…) F: Ob er nicht, er oder seine Kameraden, von dem Limonandenverkäufer einen Ofen mit Feuer verlangt habe.
A: Nein.
F: Ob nicht er und seine Kameraden in den Laden eines Krämers getreten seien.
A: Er entsinne sich nicht.
F: Ob der Kopf der oben Erwähnten nicht auf den Ladentisch des Krämers gelegt worden sei, wo sie tranken.
A: Er habe es nicht gesehen.
F: Ob nicht auf dem von dem Limonadenverkäufer helieferten Ofen, von dem die Rede war, auf das Verlangen der Männer und sogar sein eigenes, das Herz der vormaligen Prinzessin Lamballe geröstet worden sei und er selber es gegessen habe.
A: Er habe es nicht gesehen und habe es nicht gegessen.
F: Ob er nicht auf der Spitze seines Säbels die Geschlechtsteile der oben Genannten getragen habe.
A. Nein; aber wohl ein Stück Kamm von ihrem Chignon.
F: Wie das Stück Kamm auf seinen Säbel gespießt werden konnte.
A: Er sei ein Stück ihres Hutes gewesen.
F: Ihm vorgehalten, daß der Kamm und der Hut zwei verschiedene Dinge sind.
A: Daß beide durch Drähnte zusammenhingen.
(…) F: Ob er zu dem Zug gehört habe, der mit dem Kopf und den anderen Körperteilen der oben Genannten durch die Straßen zogen.
A: Nein.
(…) F: Ob der Bürger, der in der Straße, wo er Bier getrunken hat, auf einen Stuhl stieg, nicht einen blutigen Stock trug, den er dem Publikum zeigte.
A: Nein.
F: Ob er es nicht selbst war, der besagten Stock hielt.
A: Nein.
F: Aus welchen Gründen wagt er nicht, zu seiner Frau nach Hause zu gehen.
A: Es seien geldliche Gründe.
F: Ob die wahren Gründe, weswegen seine Frau sich weigere, bei ihm zu wohnen, nicht sind, daß er an der Ermordung der vormaligen Prinzessin Lamballe teilgenommen habe, ihren Kopf und ihre Geschlechtsteile herumgetragen und ihr Herz gegessen habe, das er auf einem Ofen bei dem Weinhändler habe rösten lassen.
A: Nein, er habe immer nur den Chignon getragen.
(…) F: Ob in dem Hause, wo seine Frau wohne, ihm nicht angedroht worden sei, aus dem Fenster geworfen zu werden.
A: Er entsinne sich nicht.
F: Ob er sich nicht vor acht oder zehn Tagen unter dem Feldbett des Wächters der Sektion von Arcis unten am Pont-au-Change habe verbergen wollen.
A: Das sei falsch.
F: Ob er zu derselben Zeit nicht von Bürgerinnen geschmäht worden sei, die ihn Ungeheuer nannten, Schurke, Mörder und er habe das Herz der Prinzessin Lamballe gegessen, und ob er sich nicht in die Wachstube geflüchtet habe, um deren Zorn zu entgehen.
A: Nein.
(…) Das vorliegende Verhör ihm vorgelesen. Sagte, selbiges enthalte die Wahrheit. Hat darauf beharrt und unterzeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                    Hervelin
Darunter befinden sich die Unterschriften:
Leduc, Vorsitzender – Delaporte und Tournay, beide Kommissare

Edgar Saltus: Bluebeard (via archive.org)

Juli 4, 2014

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Robert Southey: God´s Judgement on a Wicked Bishop

Mai 23, 2014

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Konstantin Makovsky: Murder of False Dmitry

Mai 21, 2014

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Sidonia von Bork, aus `Horsts Zauberbibliothek´

Mai 6, 2014

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Sidonia von Borcke (Wikipedia)

Mai 6, 2014

Sidonia von Borcke

From Wikipedia, the free encyclopedia
Sidonia von Borcke
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Sidonia von Borcke in her youth and old age (artist unknown)
Noble family von Borcke
Father Otto von Borcke zu Stramehl-Regenwalde
Mother Anna von Schwiechelt
Born 1548
Stramehl, Duchy of Pomerania
Died 1620
Stettin, Duchy of Pomerania

Sidonia von Borcke (1548–1620) was a Pomeranian noblewoman who was tried and executed for witchcraft. In posthumous legends, she is depicted as a femme fatale, and she has entered English literature as Sidonia the Sorceress. She lived in the city of Stettin, Germany (today Szczecin, Poland).

Alternative spellings

Her name may also be spelled as Sidonie von Bork, Borke, or Borken.

Life

The coat of arms of the von Borcke family, showing two wolves wearing golden crowns.[1]

The Marienfließ Abbey in 1618.

Sidonia von Borcke was born in 1548 into a wealthy noble Pomeranian family.[2] Her father, Otto von Borcke zu Stramehl-Regenwalde, died in 1551, and her mother, Anna von Schwiechelt, died in 1568.[3]

Subsequent to the death of her sister in 1600, she took residence in 1604 in the Lutheran Noble Damsels‘ Foundation in Marienfließ Abbey which, since 1569 and following the Protestant Reformation, was a convent for unmarried noblewomen.

Prior to that time, she had been involved in several lawsuits concerning support payments which, she claimed, were owed to her. Defendants in the suits were her brother, Ulrich, and Johann Friedrich, Duke of Pomerania (died 1600). One of these suits was even heard in the imperial court in Vienna.[4]

While living in Marienfließ, Sidonia engaged in several private and judicial conflicts with her (mostly younger) co-residents and with the administrative staff of the abbey.[5] When in 1606 she was dismissed from her post as an Unterpriorin (sub-prioress) by the convent’s prioress, Magdalena von Petersdorff, she appealed her dismissal to Bogislaw XIII, Duke of Pomerania.

Bogislaw sent a Commission, headed by Joachim von Wedel, to investigate the dispute.[5] The interaction between the Commission and Sidonia soon metamorphosed into a major feud. Von Wedel met in private with the Marienfließ Hauptmann (captain), Johannes von Hechthausen, to consider „getting rid of this poisonous snake.“ The feud ended with the death of Bogislaw XIII in 1606 and the deaths of von Petersdorff, von Wedel, and von Hechthausen (all in 1609).[6]

Two years later, Sidonia filed complaints against the new prioress, Agnes von Kleist. These complaints were addressed to Philip II, Bogislaw’s successor. Like his predecessor, Philip sent a Commission to investigate the complaints — a Commission headed by Jost von Borcke, a relative of Sidonia’s[6] who had already been humiliated when he was involved in prior lawsuits brought by Sidonia.[7]

The new Commission did not succeed in calming the dispute, and Jost von Borcke described the situation at Marienfließ as one of chaos, mistrust, name-calling, and occasional violence.[6] Philip II died in 1618 and was succeeded by Duke Francis I. Jost von Borcke was in good standing at Francis’s court and remained head of the investigating Commission.[8]

In July 1619, a dispute between Sidonia and Unterpriorin (sub-prioress) Dorothea von Stettin escalated out of control during a mass, and both women were arrested. Dorothea von Stettin then accused Sidonia of witchcraft, specifically of forcing a former Marienfließ factotum, Wolde Albrechts,[9] to ask the devil about her (Sidonia’s) future.[7]

Wolde Albrechts made her living from fortune-telling and begging after she lost her position at Marienfließ (this loss was a consequence of the death of Johannes von Hechthausen). She had travelled with gypsies in her youth, was known to have had several unstable sexual relationships, and was unmarried with an illegitimate child.[7]

Dorothea von Stettin persuaded Anna von Apenburg, her Marienfließ roommate, to support her accusation of Sidonia.[6] According to contemporary law, the Constitutio Criminalis Carolina, two eyewitnesses were sufficient to convict both Sidonia and Wolde. Anna, however, withdrew her support of the accusation when she was asked to repeat her statement under oath.[8]

Trials

The trials of Sidonia von Borcke and Wolde Albrechts were held at the court in Stettin. These trials are well documented, with more than a thousand pages of the original trial record available in an archive in Greifswald (Rep 40 II Nr.37 Bd.I-III).[2] The recent unexpected deaths of several Pomeranian dukes, along with widespread superstition, had created an atmosphere in which the public was prepared to blame the dukes‘ deaths on Sidonia’s alleged witchcraft.[10][11][12] This bias was strengthened when the Pomeranian dynasty became extinct in 1637.[13]

Wolde Albrechts

The trial of Wolde Albrechts was a preface to the trial of Sidonia.

Albrechts was arrested on 28 July 1619. On 18 August, she was charged with maleficium and Teufelsbuhlschaft (i.e., sexual relations with the devil).

On 2 September, torture was admitted as a legitimate means of interrogation by the supreme court at Magdeburg.

On 7 September, Albrechts confessed under torture and accused Sidonia and two other women of witchcraft.[14] She repeated these confessions in the presence of Sidonia during Sidonia’s trial, which began on 1 October 1619.

Albrechts was burned at the stake on 9 October 1619.

Sidonia von Borcke

Sidonia Von Bork by Edward Burne-Jones, 1860 (Tate Gallery, London).

Sidonia, who had been imprisoned in the Marienfließ Abbey, attempted to escape but failed. She also attempted suicide, but this also failed.[15]

On 18 November 1619, she was transferred to a prison in Stettin.

In December, 72 charges were brought against her.[16] The most important of these were:

  • murder of her nephew, Otto von Borcke[2]
  • murder of a priest, David Lüdecke[2]
  • murder of duke Philip II of Pomerania-Stettin (died 1618)[2]
  • murder of Magdalena von Petersdorff, prioress of Marienfließ[2]
  • murder of Matthias Winterfeld, gatekeeper at Marienfließ[2]
  • murder of Consistorial Counsellor Dr. Heinrich Schwalenberg[2]
  • paralyzation of Katharina Hanow, a noblewoman at Marienfließ[2]
  • consultation with soothsayers[2]
  • knowledge of future and distant events[2]
  • sexual contacts with the devil (who allegedly materialized in animals, such as Sidonia’s cat, whose name was Chim)[16]
  • magical practices, such as praying the „Judas psalm“ (Psalm 109) and crossing brooms beneath a kitchen table[16]

In January 1620, a man named Elias Pauli was appointed as Sidonia’s defender. Although he presented a defense showing that those allegedly murdered had died natural deaths, he also dissociated himself from statements of Sidonia which had incriminated Jost von Borcke and other officials.

About fifty witnesses were questioned at the trial.

On 28 June, the Magdeburg court permitted the Stettin court to use torture.[16] When torture was applied on 28 July,[16] Sidonia confessed. The verdict of death was read to her when she was dragged to the execution site and her body was „ruptured“ four times with pliers.

When Sidonia recanted her confession, she was tortured anew on 16 August.[17]

On 1 September 1620, the final verdict was rendered. Sidonia was sentenced to death by beheading and subsequent burning of her body.[11][17] The sentence was carried out in Stettin, outside the mill gate.[11] The exact date of her death is not known.[17]

In fiction

After Sidonia’s death, her fate became legendary and was even more strongly associated with the extinction of the House of Pomerania.

Portrayed as a femme fatale, she became the subject of several fictional works in German and English, especially during the 19th century.[13] Johann Wolfgang von Goethe’s brother-in-law, Christian August Vulpius, in 1812 included Sidonia in his book Pantheon berühmter und merkwürdiger Frauen (Pantheon of Famous and Noteworthy Women).[18] A Gothic romance,[19] Sidonia von Bork, die Klosterhexe, was written in 1847–1848 by Wilhelm Meinhold, a Pomeranian priest and author.[13] It was published in three volumes in 1848.[20][nb 1]

An English translation of this novel, titled Sidonia the Sorceress, was published in 1849 by Oscar Wilde’s mother, Jane Wilde (later known as Lady Wilde).[21][22] This translation was also published by William Morris in his Kelmscott Press in 1894.[23][nb 2]

The English translations achieved a popularity in Great Britain that was unmatched by any other German book in British literary history.[19] Especially in the Pre-Raphaelite Brotherhood, whose members included William Morris, Dante Gabriel Rossetti, and Edward Burne-Jones, enthusiasm for Sidonia as a Medusa-type femme fatale was widespread.[24] Rossetti is said to have referred to and quoted from the novel „incessantly“.[25] Several members created paintings based on the novel,[25] the most famous being Sidonia Von Bork and Clara Von Bork by Burne-Jones in 1860.[26] For his Sidonia painting, Rossetti’s mistress Fanny Cornforth served as the model.[27]

Other authors who wrote novels based Sidonia’s life were Albert Emil Brachvogel (1824–1878) and Paul Jaromar Wendt (1840–1919).[13] Theodor Fontane (1819-1898)[13] had prepared a novel, Sidonie von Borcke, since 1879. However, he did not finish it. The fragments of it were published in 1966.[28]

See also

References

  1. Rudolph (2004), p. 161.
  2. Riedl (2004), p. 138.
  3. Riedl (2004), p. 139.
  4. Riedl (2004), pp. 140-141.
  5. Riedl (2004), p. 142.
  6. Riedl (2004), p. 143.
  7. Riedl (2004), p. 145.
  8. Riedl (2004), p. 144.
  9. Branig (1997), p. 172.
  10. Riedl (2004), p. 136.
  11. Inachim (2008), p. 65.
  12. Hildisch (1980), p. 69.
  13. Riedl (2004), p. 137.
  14. Riedl (2004), p. 146.
  15. Riedl (2004), p. 148.
  16. Riedl (2004), p.149
  17. Riedl (2004), p. 150.
  18. Vulpius (1812)
  19. Bridgwater (2000), p. 213.
  20. Rudolph (2004) p. 155.
  21. O’Neill (1985), p. 119.
  22. Rudolph (2004) p. 156.
  23. Peterson (1984), p. 50.
  24. Bridgwater (2000), pp. 217-218.
  25. Bridgwater (2000), p. 216.
  26. Bridgwater (2000), p. 218.
  27. Bridgwater (2000), p. 220.
  28. Nürnberger (1996), p. 705.

Notes

  1. Full title in German: Sidonia von Bork, die Klosterhexe, angebliche Vertilgerin des gesamten herzoglich-pommerschen Regentenhauses (preview at google books)
  2. Full title of the English version: Sidonia the Sorceress: The Supposed Destroyer of the Whole Reigning Ducal House of Pomerania (full text at Internet Archive, Google Books and Project Gutenberg). Also referred to as The Convent Witch, a translation of the German subtitle Die Klosterhexe (Daguerreotype of 1848)

Bibliography

  • Riedl, Gerda (2004). „Alles von rechts wegen!‘ Frühneuzeitliches Hexenprozeß-(un-)wesen am Beispiel des Falles der Sidonia von Borcke“. In George, Marion; Rudolph, Andrea. Hexen: Historische Faktizität und fiktive Bildlichkeit (in German). J.H.Röll Verlag. ISBN 3-89754-225-0.
  • Rudolph, Andrea (2004). „Wilhelm Meinholds Hexenroman ‚Sidonia von Bork‘ (1847/48) – eine Abrechnung mit der libertinen Frauenemanzipation als ein ‚Leiden unserer Zeit„. In George, Marion; Rudolph, Andrea. Hexen: Historische Faktizität und fiktive Bildlichkeit (in German). J.H.Röll Verlag. ISBN 3-89754-225-0.
  • Inachim, Kyra (2008). „Herrschaft der letzten Greifengeneration“. Die Geschichte Pommerns (in German). Rostock: Hinstorff. ISBN 978-3-356-01044-2.
  • Branig, Hans; Buchholz, Werner (1997). Geschichte Pommerns: Vom Werden des neuzeitlichen Staates bis zum Verlust der staatlichen Selbständigkeit, 1300-1648 (in German). Böhlau. ISBN 3-412-07189-7.
  • Hildisch, Johannes (1980). Die Münzen der pommerschen Herzöge von 1569 bis zum Erlöschen des Greifengeschlechtes (in German). Böhlau. ISBN 3-412-04679-5.
  • O’Neill, Patrick (1985). Ireland and Germany: A study in literary relations. P. Lang. ISBN 0-8204-0173-0.
  • Nürnberger, Helmuth; Fontane, Theodor (1996). „Sidonie v. Borcke“. In Nürnberger, Helmuth. Theodor Fontane. Sämtliche Romane, Erzählungen, Gedichte, Nachgelassenes (in German). Hanser, Carl GmbH + Co. ISBN 3-446-18300-0. Retrieved 2009-07-13.
  • Vulpius, Christian August (1812). „Sidonia von Borke“. Pantheon berühmter und merkwürdiger Frauen (in German). Leipzig: Hahnsche Verlagsbuchhandlung. Retrieved 2009-07-13.
  • Peterson, William S. (1984). „A19 William Meinhold, Sidonia the Sorceress“. A bibliography of the Kelmscott Press. Oxford University Press. ISBN 978-0-19-818199-6. Retrieved 2009-07-13.
  • Bridgwater, Patrick (2000). „Who’s Afraid of Sidonia von Bork?“. In Stark, Susanne. The novel in Anglo-German context: cultural cross-currents and affinities ; papers from the conference held at the University of Leeds from 15 to 17 September 1997. Rodopi. ISBN 90-420-0698-6. Retrieved 2009-07-14.

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